Was ein Flachdach-Neubau umfasst
Ein Flachdach hat eine Neigung von unter 10 Grad und entwaessert über innenliegende Gullys oder Außenabfluesse. Bei einem Neubau oder einer Vollsanierung wird der gesamte Aufbau frisch erstellt: Tragschicht, Dampfsperre, Wärmedämmung mit eingebautem Gefälle, Trennlage und ein- oder zweilagige Abdichtung.
Wir nehmen den Bestand auf, prüfen Feuchtigkeit, Tragwerk und Anschlusshöhen und legen mit Ihnen den Aufbau fest. Maßgeblich sind die Flachdachrichtlinie (DIN 18531) sowie die GEG-Anforderungen an die Dämmung. Die Entwaesserung wird nach DIN 1986-100 dimensioniert, inklusive Notüberlauf, der bei Verstopfung des Hauptablaufs in Funktion geht.
Wann eine Sanierung ansteht
Bahn am Lebensende
Bitumenoberfläche brüchig, sichtbare Risse oder Aufständer, oft nach 20-30 Jahren.
Feuchtigkeit im Aufbau
Dämmung durchnässt, ein bekannter Substanzschaden, der nur durch Vollsanierung behoben wird.
Dämmung untermäßig
Aufbauten vor 2002 erfüllen den GEG-Mindeststandard meist nicht, der Sanierungsfall ist die Chance zur Ertüchtigung.
Gefälle fehlt
Pfützenbildung und stehendes Wasser belasten Bahnen überproportional, Gefälledämmung löst das dauerhaft.
Anschlüsse versagen
Attika, Türanschlüsse und Durchdringungen sind die ersten Schwachstellen, oft Sanierungsanlass.
Was wir liefern
Bestandsaufnahme
Feuchtemessung, Probeöffnung, Aufmaß und Prüfung Tragwerk vor Angebotserstellung.
Aufbau-Konzept
Festlegung Dämmstoff, Gefälle, Bahnenwahl und Anschlüsse, abgestimmt auf Nutzung und GEG.
Rückbau
Demontage Altaufbau, Asbest- und KMF-Prüfung, fachgerechte Entsorgung mit Begleitschein.
Aufbau
Dampfsperre, Gefälledämmung (PIR oder Mineralwolle), Trennlage, Abdichtung ein- oder zweilagig.
Anschlüsse
Attika mit Mauerabdeckung, Türanschlüsse mit Aufkantung, Lichtkuppeln, Durchdringungen wie Lüftung und Antennen.
Entwaesserung
Innenliegende Gullys mit Heizung, Notüberlauf, Fallrohranschluss, Bemessung nach DIN 1986-100.
Abnahme
Flutprüfung, Foto-Doku, Pflege- und Wartungshinweise nach Flachdachrichtlinie.
Dämm- und Bahnsysteme
PIR-Gefälledämmung
Werkseitig auf Gefälle geschnitten, geringe Aufbauhöhe, hohe Dämmleistung pro cm.
Mineralwolle-Gefälle
Nicht brennbar, ideal bei erhöhten Brandschutzanforderungen wie auf Garagen unter Wohnraum.
Bitumen 2-lagig
Bewährter Aufbau mit Schweißbahn unten und Oberlage besandet, robust gegen mechanische Belastung.
FPO/TPO-Bahn
Einlagig verlegt, weichmacherfrei, helle Oberfläche reflektiert Sonne, gut bei Begrünung.
EPDM-Bahn
Synthetischer Kautschuk, hoch dehnfähig, einlagig in Großformat verlegt.
Dampfsperre
Aluminium-kaschierte Bahn unter der Dämmung, schützt vor Tauwasser im Aufbau.
Ablauf in 5 Schritten
- 01
Aufnahme
Begehung, Feuchtemessung, Probeöffnung, Aufmaß, Prüfung Tragwerk und Anschlüsse.
- 02
Aufbau-Konzept
Festlegung Dämmstoff und Dämmstärke nach GEG, Gefälleverlauf, Bahnenwahl, Notüberlauf-Position.
- 03
Angebot mit Festpreis
Detailliertes Angebot mit Material, Stunden und Entsorgung, ggf. Förderkoordination KfW 358/359.
- 04
Ausführung
Rückbau Altaufbau, Dampfsperre, Gefälledämmung, Abdichtung, Anschlüsse, Entwaesserung.
- 05
Abnahme
Flutprüfung, Foto-Doku, Übergabe der Wartungshinweise nach DIN 18531.
Förderung KfW 358/359 (BEG-EM)
Wenn die Dämmung nach GEG ertüchtigt wird, ist der Aufbau Teil der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG-EM). Konkret läuft das über die KfW-Programme 358 (Privatkredit ohne Tilgungszuschuss) und 359 (mit Tilgungszuschuss bei Heizungstausch im Verbund).
Voraussetzung ist die Einbindung eines zertifizierten Energieeffizienz-Experten, der den Antrag vor Auftragsvergabe stellt. Wir arbeiten mit Energieberatern aus der Region zusammen und stimmen den Aufbau auf die Förderbedingungen ab.
Was ein Flachdach-Aufbau kostet
Wir kalkulieren transparent. Eine seriöse Pauschalangabe ohne Vor-Ort-Aufnahme ist nicht möglich. Diese Faktoren beeinflussen den Preis am stärksten:
- Dämmstandard
- Mindest-GEG-Standard ist die Untergrenze, Passivhaus-Niveau erhöht Dämmstärke und damit Kosten.
- Bahnsystem
- Bitumen ist Material-günstig aber arbeitsintensiv, EPDM und FPO Material-teurer aber zügiger verlegt.
- Anschlüsse und Durchdringungen
- Jede Lichtkuppel, jeder Lüftungsstutzen, jede Gefällekehle ist ein Detail mit Mehraufwand.
- Rückbau und Entsorgung
- Asbest- oder Teerpapp-Altaufbauten erhöhen Entsorgungskosten und benötigen Begleitscheine.
- Entwaesserung
- Bestandsgully oft nicht GEG-konform und ohne Notüberlauf, Anpassung wird mitkalkuliert.
- Gerüst oder Hubbühne
- Bei Wohnhäusern häufig Gerüst, bei Garagen reicht meist eine Hubarbeitsbühne.
Festpreis nach Aufnahme
Kostenlose Vor-Ort-Aufnahme, danach erhalten Sie ein detailliertes Angebot mit Festpreis. Keine späteren Aufschläge ohne neue Vereinbarung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Flachdach-Neuaufbau?
Eine Garage ist meist in 2-4 Werktagen fertig, ein Wohnhausflachdach mit 100-150 qm dauert 8-15 Werktage. Witterung kann Bahnenarbeiten verzögern.
Brauche ich nach GEG eine Dämmung?
Bei einer wesentlichen Sanierung der Dachfläche schreibt das GEG die GEG-konforme Dämmung vor. Bei reiner Bahnerneuerung ohne Eingriff in den Schichtaufbau gilt die Pflicht in der Regel nicht, eine Sanierung ist aber meist die wirtschaftlichere Lösung.
Wird ein Notüberlauf wirklich gebraucht?
Ja, nach DIN 1986-100 ist er Pflicht. Fällt der Hauptablauf aus, leitet der Notüberlauf das Wasser kontrolliert über die Außenkante ab und schützt vor Tragwerksversagen durch Wasserlast.
Was bringt eine Flutprüfung?
Die Flachdachrichtlinie empfiehlt sie zur Abnahme: Wir stauen Wasser auf der Fläche an und prüfen Nähte, Anschlüsse und Notüberlauf in Realbedingungen. Das macht versteckte Fehler vor Inbetriebnahme sichtbar.
Was kostet ein kompletter Neuaufbau?
Wir kalkulieren jedes Projekt individuell nach Vor-Ort-Aufnahme. Statt einer pauschalen Spanne, die Ihrem Vorhaben oft nicht gerecht wird, erstellen wir ein detailliertes Angebot mit verbindlichem Festpreis. Vereinbaren Sie einfach einen kostenlosen Termin.
Kann ich das Dach später begrünen?
Ja, wenn der Aufbau und die Statik dafür ausgelegt sind. Es lohnt sich, das schon beim Neuaufbau zu berücksichtigen, damit Wurzelfestigkeit und Auflastreserve gegeben sind.
