Mehr Wohnraum unterm Dach
Eine Dachgaube schafft im Dachgeschoss zusätzliche Höhe und einen senkrechten Fensterbereich, in dem normale Fenster eingebaut werden koennen. Ein bislang nur als Spitzboden nutzbarer Raum wird so zu vollwertigem Wohnraum, oft mit Blick und ohne störende Dachschräge über dem Schreibtisch.
Anders als die reine Verkleidung einer vorhandenen Gaube ist der Neubau einer Gaube ein Eingriff in die Tragkonstruktion, weil Sparren durchtrennt und die Lasten über Wechsel umgeleitet werden. Deshalb ist der Statiknachweis durch einen Tragwerksplaner verpflichtend und in NRW in der Regel ein Bauantrag nötig.
Gauben-Varianten
Schleppgaube
Pultdach mit leichter Neigung in Verlängerung der Dachfläche, einfachste Form, hoher Raumgewinn auf der Tiefe.
Spitzgaube
Dreiecksgiebel mit zwei abfallenden Seiten, klassisch und repräsentativ, geringerer Raumgewinn als Schleppe.
Walmgaube
Wie Spitzgaube, aber mit abgewalmter Vorderseite, regenwasserfreundlich und detailreich.
Trapezgaube
Pultdach mit angeschrägten Seiten, optisch zwischen Schleppgaube und Walmgaube.
Fledermausgaube
Geschwungener First, traditionell auf Reetdächern und Fachwerkhäusern, aufwendig in Zimmerei und Eindeckung.
Was wir liefern
Vorplanung mit Architekt
Wir stimmen Form und Lage der Gaube mit Bauherr und Architekt ab, abgestimmt auf Dachform und Bebauungsplan.
Statik
Tragwerksplaner-Partner berechnet Wechselbalken, Sparrenfuhrung und neue Lasten der Gaube.
Bauantrag
In NRW i.d.R. genehmigungspflichtig, der Bauantrag wird vom Architekt-Partner gestellt, wir koordinieren.
Holzkonstruktion
Wechsel in der Sparrenebene, neue Stützen, Pfetten und Sparren der Gaube in KVH oder BSH.
Dämmung und Beplankung
Wandelemente in Holzrahmenbau, Dämmung im Gefach, OSB- und Gipsfaserplatte als Beplankung.
Eindeckung und Fenster
Eindeckung der Gaubenwangen mit Schiefer, Zink oder passenden Ziegeln, Einbau senkrechter Fenster, Anschlüsse an die Dachfläche regendicht.
Genehmigung in NRW
Der Neubau einer Dachgaube ist in NRW in der Regel genehmigungspflichtig, weil er die Außenform des Gebäudes verändert und in das Tragwerk eingreift. Der Bauantrag wird durch einen Architekten oder einen Bauvorlageberechtigten gestellt, wir arbeiten dafür mit einem Architekt-Partner zusammen.
Wichtig sind Bebauungsplan, Gestaltungssatzung und ggf. Denkmalschutz: In manchen Wohnquartieren in Castrop-Rauxel sind Form, Lage oder Zahl der Gauben vorgegeben. Wir prüfen das vor Auftragserteilung gemeinsam mit dem Architekten.
Materialien
KVH und BSH
Konstruktions- und Brettschichtholz für Wechselbalken, Stützen und Sparren der Gaube.
Schiefer Wangenverkleidung
Klassische Verkleidung der Gaubenwangen, langlebig und detailreich.
Titanzink Wangenverkleidung
Moderne, technisch saubere Bekleidung der Wangen, gut zu profilieren und einzudichten.
Schleppgauben-Eindeckung
Pultdach der Gaube wird mit der gleichen Ziegelreihe wie das Hauptdach eingedeckt, oft mit kleineren Sondersteinen.
Wandelement Holzrahmen
Wandelement der Gaubenfront in Holzrahmenbau mit Dämmung, OSB und Gipsfaserplatte.
Ablauf in 6 Schritten
- 01
Vor-Ort-Aufnahme
Wir besichtigen Dach und Innenraum, nehmen Sparrenabstände, Höhen und Wünsche auf.
- 02
Vorplanung mit Architekt
Form, Lage und Zahl der Gauben werden mit Architekt-Partner und Bauherr festgelegt.
- 03
Statik und Bauantrag
Tragwerksplaner berechnet Wechselbalken und neue Lasten, Architekt stellt den Bauantrag.
- 04
Festpreisangebot
Detailliertes Angebot mit Holz, Dämmung, Eindeckung und Fenstern.
- 05
Bau
Sparren werden geöffnet, Wechsel eingebaut, Gaubenkonstruktion aufgestellt, Dämmung, Eindeckung und Fenster eingebaut.
- 06
Abnahme
Gemeinsame Begehung, Foto-Dokumentation, Abnahmeprotokoll, Rechnung.
Was eine Gaube kostet
Wir kalkulieren transparent. Eine seriöse Pauschalangabe ohne Vor-Ort-Aufnahme ist nicht möglich. Diese Faktoren beeinflussen den Preis am stärksten:
- Gaubenform
- Schleppgaube ist die einfachste und günstigste Form, Walm- und Fledermausgaube sind aufwendiger.
- Größe und Breite
- Größere Gauben brauchen tragfähigere Wechsel und mehr Eindeckung.
- Wangenmaterial
- Schiefer und Zink sind teurer als eine Verkleidung mit Putzträger und Putz.
- Statik
- Tragwerksplanerhonorar nach HOAI, abhängig von Eingriffstiefe.
- Bauantrag
- Architektenhonorar und Behördenkosten fallen separat an.
- Innenausbau
- Trockenbau, Maler und Boden im Gauben-Inneren sind oft Drittgewerke und nicht im Festpreis enthalten.
Festpreis nach Aufnahme
Kostenlose Vor-Ort-Aufnahme, danach erhalten Sie ein detailliertes Angebot mit Festpreis. Keine späteren Aufschläge ohne neue Vereinbarung.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Bauantrag?
In NRW ist der Neubau einer Dachgaube in der Regel genehmigungspflichtig. Der Bauantrag wird durch einen Architekten oder Bauvorlageberechtigten gestellt, wir koordinieren mit unserem Architekt-Partner.
Wie lange dauert der Gaubenbau?
Eine Gaube für ein Einfamilienhaus entsteht typisch in 1 bis 2 Wochen Bauzeit, plus Vorlauf für Statik, Bauantrag und Materialbestellung.
Kann ich während des Baus im Haus wohnen?
Ja, das Haus bleibt in der Regel bewohnbar. Im Bereich der Gaube wird vorübergehend eine Plane gespannt, sodass das Dach abends regendicht ist. Im Dachraum kann es Staub geben, das besprechen wir vorab.
Welche Gaube ist die richtige?
Schleppgaube bringt am meisten Raumgewinn, Spitz- und Walmgaube wirken klassischer. Bei Bebauungsplänen mit Vorgaben kann die Wahl eingeschränkt sein. Wir empfehlen gemeinsam mit Architekt und Bauherr die passende Form.
Was ist der Unterschied zur Gaubenverkleidung?
Eine Gaubenverkleidung erneuert nur die Wangen einer bestehenden Gaube, der Tragwerksaufbau bleibt. Beim Gaubenbau entsteht eine komplett neue Gaube mit Eingriff in die Sparrenebene.
Geht das auch bei einem Reetdach oder Denkmal?
Bei Denkmal- und Gestaltungssatzungen sind Form und Material oft vorgegeben. Eine Fledermausgaube ist für historische Dächer typisch. Wir prüfen die Auflagen vor der Planung.
