Was ist Holzrahmenbau?
Im Holzrahmenbau wird eine Wand aus einem Rahmen aus Schwellen, Riegeln und vertikalen Holzständern aufgebaut, das Gefach mit Dämmung gefüllt und die Wand mit Holzwerkstoffplatten beplankt. Dampfbremse, Installationsebene und Innenbeplankung folgen je nach Aufbau. Auf der Baustelle entstehen so warme, dämmstarke Wände mit vergleichsweise schlanker Wandstärke.
Die Bauweise eignet sich besonders für Anbauten, Aufstockungen, Dachgauben und energetische Sanierungen. Die Wandelemente entstehen oft vorgefertigt im Werk oder auf der Baustelle, dadurch verkürzt sich die Witterungsphase, in der das Gebäude offen steht.
Wann Holzrahmenbau sinnvoll ist
Anbau ans Bestandsgebäude
Erweiterung um ein Zimmer oder einen Hauswirtschaftsraum, schnell, leicht, gut zu dämmen.
Aufstockung
Etagenaufstockung in Holzrahmenbau ist leicht und reduziert die Last auf den Bestand, oft ohne Verstärkung der Geschossdecke möglich.
Dachgaube
Stehende Wandelemente einer Gaube entstehen klassisch im Holzrahmenbau, oft komplett vorgefertigt.
Energetische Sanierung
Vorgefertigte Dämmelemente werden auf die Bestandsfassade montiert, schnelle Bauzeit, kaum Schmutz im Innenraum.
Gartenhaus oder Büroanbau
Kleine Bauten mit Wohnstandard, vom Hauswirtschaftsraum bis zum Gartenstudio.
Was wir liefern
Aufmaß und Werkplanung
Wir nehmen den Bestand oder den Bauplan auf und planen die Wandelemente in CAD.
Statik
Tragwerksplaner-Partner erstellt den Nachweis nach DIN EN 1995, abgestimmt auf Bestand und neue Lastfälle.
Vorfertigung
Wandelemente entstehen vorgefertigt, mit Schwelle, Ständern, Dämmung und Beplankung.
Montage
Anlieferung und Aufstellen der Elemente per Kran, Verbinden mit Bestand oder Fundament, Anschluss Decke und Dach.
Dämmung und Beplankung
Mineralwolle oder Zellulose im Gefach, OSB- oder Gipsfaserplatte außen, je nach Aufbau Dampfbremse innen.
Fassade und Eindeckung
Anschließend Holzfassade, Putzträgerplatte mit Putz oder andere Bekleidung, Dachanschluss durch unsere Dachdecker.
Förderung nach BEG
Energetische Sanierung mit Holzrahmenbau ist als Einzelmaßnahme nach den Richtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG-EM) förderfähig. Voraussetzung sind ein Energie-Effizienz-Experte aus der dena-Liste sowie das Erreichen vorgegebener U-Werte für die gedämmte Außenwand.
Bei Aufstockungen oder Anbauten kann die Maßnahme in Verbindung mit dem KfW-Wohngebäude-Kredit gefördert werden. Wir liefern die fachliche Ausführung, die Antragstellung übernimmt der Energieberater des Bauherrn. Der Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden.
Holz und Dämmung
Konstruktionsvollholz (KVH)
Standard für Schwellen, Riegel und Ständer, technisch getrocknet, formstabil.
OSB-Platte
Aussteifende Beplankung außen, dient gleichzeitig als luftdichte Ebene bei korrekter Verarbeitung.
Gipsfaserplatte
Beplankung innen oder außen, brandschutzwirksam, fester als Gipskarton.
Mineralwolle WLS 035
Klassische Gefachdämmung, brandsicher, schalltechnisch gut.
Zellulose-Einblasdämmung
Recyclingdämmstoff aus Altpapier, fugenlos eingeblasen, gute sommerliche Hitzeschutzwirkung.
Holzfaserdämmplatte
Diffusionsoffene Dämmung mit guter Hitzeschutzwirkung, oft als Außendämmung mit Putzträger.
Ablauf in 6 Schritten
- 01
Vor-Ort-Aufnahme und Bedarf
Wir besichtigen den Standort, klären Anforderungen, Förderoptionen und Schnittstellen zum Bestand.
- 02
Werkplanung
CAD-Planung der Wandelemente und Anschlüsse, Abstimmung mit Architekt und Energieberater.
- 03
Statik
Standsicherheitsnachweis durch Tragwerksplaner, abgestimmt auf Bestand und Lastfälle.
- 04
Vorfertigung
Herstellung der Wandelemente mit Schwelle, Ständern, Dämmung und Beplankung.
- 05
Montage
Anlieferung, Krananbringung, Verbindung mit Bestand oder Fundament, Anschluss Decke und Dach.
- 06
Fassade und Abnahme
Bekleidung als Holzfassade oder Putzträger mit Putz, Anschluss durch Dachdecker, Abnahme mit Foto-Dokumentation.
Was Holzrahmenbau kostet
Wir kalkulieren transparent. Eine seriöse Pauschalangabe ohne Vor-Ort-Aufnahme ist nicht möglich. Diese Faktoren beeinflussen den Preis am stärksten:
- Wandfläche
- Groesste Stellgröße, abgerechnet pro Quadratmeter Außenwand inklusive Dämmung und Beplankung.
- U-Wert und Wandaufbau
- Hoher Dämmstandard mit größerer Dämmebene erhöht Material und Gewicht.
- Dämmung
- Mineralwolle ist günstiger, Zellulose oder Holzfaser hochwertiger und teurer.
- Anschlüsse Bestand
- Saubere Anschlüsse an Bestandsdach, Fenster und Sockel sind aufwendig in Detailplanung und Montage.
- Vorfertigungsgrad
- Höherer Vorfertigungsgrad reduziert Bauzeit, erhöht aber den Werkplanungsaufwand.
- Statik bei Aufstockung
- Prüfung des Bestands kann Verstärkungen der Geschossdecke nötig machen.
Festpreis nach Aufnahme
Kostenlose Vor-Ort-Aufnahme, danach erhalten Sie ein detailliertes Angebot mit Festpreis. Keine späteren Aufschläge ohne neue Vereinbarung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Holzrahmenbau und Holzständerbauweise?
Beide Begriffe meinen im Wohnbau weitgehend dasselbe, einen Aufbau aus Schwellen, Riegeln und Ständern mit Dämmung im Gefach. Holzrahmenbau ist der heute übliche Begriff für die normgerechte Ausführung.
Wie schnell geht der Aufbau?
Vorgefertigte Wandelemente für ein Einfamilienhaus oder einen Anbau koennen in 1 bis 3 Tagen aufgestellt werden, anschließend ist das Gebäude regendicht. Der gesamte Innenausbau folgt wie bei jedem anderen Bau.
Ist das genauso warm wie ein Massivbau?
Ja, oft besser. Die Dämmebene liegt zwischen den Holzständern, dadurch ist die Außenwand bei vergleichbarem U-Wert deutlich schlanker als beim Mauerwerk. Wohngesund und mit guter sommerlicher Hitzeschutzwirkung bei Holzfaser- oder Zellulosedämmung.
Welche Förderung gibt es?
Bei energetischer Sanierung greifen die BEG-Einzelmaßnahmen, mit BAFA-Zuschuss von 15 Prozent (mit iSFP 20 Prozent) oder KfW-Kredit. Voraussetzung sind ein Energie-Effizienz-Experte und das Erreichen der Förder-U-Werte. Antrag vor Auftragserteilung.
Kann ich aufstocken, ohne dass die Decke verstärkt werden muss?
Holzrahmenbau ist deutlich leichter als Massivbau, dadurch ist eine Aufstockung oft ohne Verstärkung der Geschossdecke möglich. Der Tragwerksplaner prüft das anhand des Bestands und gibt die Lastreserven frei.
Brennt Holz nicht?
Im Holzrahmenbau wird der Brandschutz durch die Beplankung mit Gipsfaser- oder Gipskartonplatten und durch die Dämmung erreicht. Holzständer brennen langsam und kontrolliert, das ist im Brandschutznachweis berechenbar.
